Liebe philosophisch betrachtet - was ist liebe sokrates pdf

Liebe philosophisch betrachtet
Durch die Brille Sokrates' betrachtet, erscheint Liebe zwar nicht als etwas moralisch Fragwürdiges. Mit unseren heutigen Vorstellungen von. Schade ist es, wenn die Liebe aufs psychologische und biologisch reduziert wird. In der antiken Philosophie hatte die Liebe einen eindeutigen. Liebe ist eine psychische Haltung, die mit Gefühlen einhergeht und unsere Wünsche und unser Handeln beeinflusst. Sie ist zunächst einmal eine.

Es gibt also, auch dies hatte man immer schon gesagt, keinen Grund für die Liebe. Reflexivität ermöglicht uns Wissen um und Stellungnahme gegenüber unseren Wünschen, Einstellungen und Motiven. Der Liebe verdanken wir unsere letzten Zwecke, die individuelle Form unseres Willens und somit unseres Charakters und Lebens. Diese wesentliche Bedeutung der Liebe als Grund unseres persönlichen Handelns macht es für Harry Frankfurt erforderlich, das Untersuchungsfeld praktischer Philosophie wesentlich weiter aufzuspannen als es die Moralphilosophie vermag.

Frankfurts Theorie der Liebe ist eine der umfassendsten Auseinandersetzungen der aktuellen philosophischen Debatte. Der Liebe spricht er fundamentale Bedeutung für die praktische Philosophie zu und unternimmt eine Systematisierung der Phänomene der Liebe. Aufgrund der Normativität, die der Liebe nach Frankfurt zukommt, ist sie für die Identität und Integrität der Person zentral. Das erste Interesse der Untersuchung ist davon geleitet, den Frankfurtschen Liebesbegriff in der Beziehung zu seiner praktischen Philosophie und philosophischen Anthropologie insgesamt einzuordnen.

Im Anschluss an einen Aufriss der relevanten Grundzüge seines Denkens werden die einzelnen Phänomene, die Frankfurt behandelt, untersucht und sowohl in Bezug auf die von Frankfurt als wesentlich herausgestellten begrifflichen Elemente als auch in Bezug auf die Erklärungsfähigkeit seiner Analysen hin untersucht.

Die umfassendste Ausarbeitung seiner Theorie der Liebe bietet Harry Frankfurt in seinem Buch The Reasons of Love, das deshalb auch als Hauptquelle der Auseinandersetzung herangezogen1 und um Aussagen in früheren und späteren Texten ergänzt wird. Angabe der Seitenzahlen jeweils wie bei ROL. Seine Kritik an einer so verstandenen Moralphilosophie ist mehrgliedrig.

Denn das, was eine Person liebt, ist für sie wesentlicher und gerade ein bestimmendes Element ihres Willens. Liebe gründet für Frankfurt ebenso wenig in einem Vernunfturteil wie sie Folge von Emotionen und Leidenschaften ist. Es ist volitional. Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie über Reflexivität verfügen, sich zu sich selbst verhalten. Wir haben nicht nur Wünsche, Affekte und Motive, die uns zum Handeln antreiben.

Wir können zu diesen selbst Stellung nehmen. Und indem wir dies tun, können wir Wünsche zweiter Ordnung ausbilden. Volitionen zweiter Ordnung nennt Frankfurt diejenigen Wünsche, die handlungswirksame Wünsche erster Ordnung zum Inhalt haben. In einer Volition zweiter Ordnung drückt sich die Einstellung der Person gegenüber den Wünschen erster Ordnung aus. Frankfurt in Analogie zur Handlungsfreiheit definiert werden: wenn die Person das tun kann, was sie tun will.

Der Wille der Person ist frei, wenn ihre Motive und Wünsche erster Ordnung übereinstimmen mit ihren Volitionen zweiter Ordnung, sie von denjenigen Motiven und Wünschen motiviert ist, die in Übereinstimmung mit den handlungswirksamen Volitionen zweiter Ordnung stehen. Frankfurt hat dieses Modell über die Jahre weiterentwickelt und adaptiert. Seine Theorie der Liebe antwortet auf Kritik seines ursprünglichen Ansatzes und dessen Schwierigkeiten — im Kern, wie die normative Autorität sekundärer Volitionen gegen die Probleme von Dezisionismus und infinitem Regress sichergestellt werden kann —, bleibt aber zentralen Elementen treu.

Für Frankfurt kann nur die konkrete Gesamtheit desjenigen, worum sich der einzelne sorgt, die Frage beantworten, wie zu leben sei. Das kann niemals durch den Rekurs auf die allgemeine menschliche Natur oder die universelle Vernunft erreicht werden. Von diesem Standpunkt aus deplatziert er sämtliche alternative Ansätze praktischer Philosophie als unzureichend. Weder Vernunft, noch Leidenschaft bestimmen unsere Motive, sondern der Wille bzw.

Betzler Sie weist darauf hin, dass Frankfurts an Hume angelehnter Internalismus bzw. Non-Kognitivismus hinsichtlich unseres persönlichen Motivationsgefüges bei gleichzeitiger Übernahme der Reflexivität und Autonomie im Sinne Kants auf einer zu starken Dichotomie zwischen Vernunft und volitionaler Natur beruht, um Autonomie im von ihm vorgeschlagenen Sinne begründen zu können. Betzlers Analyse ist zuzustimmen. Der von ihr geforderten kognitivistischen Öffnung entspricht die folgend hinsichtlich der Liebe geforderte Öffnung zur Reziprozität.

In Reasons of Love entfaltet Frankfurt seine Analysen der Liebe in Bezug auf die für ihn relevante Klasse von Phänomenen und greift zurück auf frühere Überlegungen. Er betont, dass er nicht alle üblicherweise behandelten Phänomene berücksichtigt. Er spezifiziert, das Objekt der Liebe sei ein Individuum, meist eine konkrete Person. Die Schwierigkeiten, die sich aus einer derart breiten Objektpalette ergeben, wurden häufig problematisiert.

Einerseits, weil es sich bei den Phänomenen, die er ausführlicher untersucht, in der Regel um die Liebe zu konkreten Personen handelt. Andererseits, weil für Frankfurt nur Personen lieben können. Richtet sich die Liebe auf eine nicht- personale Entität, dann intendiert sie entweder mittelbar das Wohl und Gedeihen anderer Personen oder unmittelbar das der eigenen. Frankfurt kennt zwei paradigmatische Phänomene der Liebe: Die Liebe der Eltern zu ihren Kindern und die Selbstliebe, die er von der Eigenliebe abgrenzt.

Einem weiterem Phänomen der Liebe gilt seine Betrachtung: der partnerschaftlichen Liebe. Diese will er in einer bestimmten Hinsicht betrachten, nämlich unter Ausklammerung romantischer bzw. Den klassischen Topos der Freundesliebe vermisst man bei Frankfurt. Zwar finden sich kurze Erwähnungen z. Anders steht es mit der Nächstenliebe. Auch wenn sie keine ausführliche Behandlung erfährt, so ist die Kritik an ihr für seinen Liebesbegriff bedeutsam.

Zusammenfassend gibt Frankfurt Kriterien der Liebe an, die durch die Analyse der genannten Phänomene erläutert werden. The whole thing has been about spelling out the notion of inner necessity. Quante , S. Frankfurt ist bekannt dafür, dass er eine wertsetzende, nicht-konditionale Theorie der Liebe vertritt. Mit Bezug auf die auf Irving Singer zurückgehende, parallele Unterscheidung von bestowal und appraisal10 wird er hinsichtlich dieser Einschränkung ebenfalls kritisiert.

Das Verhältnis von Eros und Agape bzw. Da Frankfurt nach eigenen Worten bestimmte Phänomene analysiert, um zu verdeutlichen, was er unter Liebe versteht, ist es jedoch sinnvoll, nicht die Kriterien im Einzelnen, sondern diese Phänomene in den Blick zu nehmen und sie im Kontext seiner Phänomenanalysen zu überprüfen.

Elterliche Liebe ist auch nicht mit Nachgiebigkeit zu verwechseln, die jeden Wunsch des Kindes zu erfüllen sucht. Eltern bemühen sich vielmehr im Gegenteil darum, die wahren Interessen des Kindes zu schützen und zu fördern. Foster Geliebtwerdens, sondern immer nur auf das subjektive Bedürfnis des Liebens selbst. Eltern lieben ihre Kinder nicht als Mittel — passiv —, sondern als Selbstzweck — aktiv. In den Genuss des Liebens kommt er nur, wenn er echt selbstlos ist.

Er befriedigt sein eigenes Bedürfnis nur, weil er in der Liebe sich selbst vergisst. Reziprozität scheint ihm mit passiver, durch Leidenschaften motivierter Liebe in eins zu fallen, die das geliebte Wesen als Mittel und nicht als Zweck betrachtet. Das Phänomen elterlicher Liebe eignet sich deshalb als ausgezeichnetes Ausgangsphänomen.

Allerdings fehlt bei Frankfurts Analyse ein Aspekt, der in existentieller und psychologischer Hinsicht nicht vernachlässigt werden darf: Kinder bedürfen der Liebe ihrer Eltern, um zu überleben. Und Eltern können ihren Kindern diese Liebe nur uneingeschränkt schenken, wenn sie selbst eine solche Liebe erfahren haben. Dieser Aspekt wurde von einem anderen Autor mit Blick auf dasselbe Phänomen herausgestellt. Trotz der grundlegenden Differenzen beider Systeme, 12 stimmen Frankfurt und Jonas in diesen wesentlichen Hinsichten überein.

Deshalb ist es angebracht, zwei weitere Aspekte zu berücksichtigen, die Jonas anführt. Für Jonas ist es die Hilflosigkeit des Neugeborenen, die derart grundlegend an die Eltern appelliert, dass er meint formulieren zu können, dass es hierfür nicht einmal Liebe erfordert. Natürliche Neigung und Instinkt kommen uns zu Hilfe und übernehmen das Geschäft meist ganz für uns.

Auch wenn Eltern irgendwie moralisch verpflichtet sind, ihre Kinder zu lieben oder für sie zu sorgen, lieben sie ihre Kinder normalerweise nicht wirklich solcherart Verpflichtungen wegen. Aber für Jonas kommt der Appell dennoch vom Objekt Jonas , S. Zwar ist die Beziehung nicht- reziprok, aber sie hat dennoch ein Gegenüber, das unserer Liebe bedarf.

Liebe ist gerade mit Blick auf dieses Phänomen niemals nur aktiv. Weder auf Seiten des Neugeborenen, das unserer Liebe und Sorge bedarf, noch auf Seiten der Eltern, die auf das Bedürfnis des Kindes antworten. Der zweite Aspekt, der sich im Vergleich zu Jonas deutlicher hervorheben lässt, betrifft Frankfurts Begründung des wertsetzenden und damit zugleich nicht-konditionalen Charakters der Liebe.

In einigen Phänomenanalysen betont Frankfurt den nicht-konditionalen Charakter der Liebe der Eltern gesondert, aber im Wesentlichen nur, um den grundlegenderen Aspekt der wertsetzenden Liebe dadurch zu veranschaulichen. Dieser Sachverhalt ist im Zusammenhang mit der Liebe der Eltern noch relativ unproblematisch, ist jedoch speziell bei der partnerschaftlichen Liebe kaum haltbar.

Frankfurt selbst beschreibt die bekannte Ansicht der Liebe als wertschätzende, die auf den Wert des Geliebten antwortet. Zwar hat Liebe damit zu tun, dass das Geliebte dem Liebenden wertvoll ist. Der wertsetzende Charakter der Liebe ist für Frankfurt in der Liebe zu den eigenen Kindern besonders offensichtlich.

Weder hängt unsere Liebe zu unseren Kindern an irgendwelchen besonderen Eigenschaften oder Verdiensten und Tugenden. Wir lieben sie bedingungslos. Noch auch hat unsere Liebe etwas mit ihrer anderweitig interpretierbaren Person an sich zu tun, denn wir haben sie schon geliebt, bevor sie geboren wurden.

Aber dieser Wert ist nicht der Grund unserer Liebe. Allerdings ist es genau das, was er mit seinen Ausführungen in Bezug auf die erwähnte, grundlegende Bedeutung des wertsetzenden Charakters und der Unwesentlichkeit einer Wertschätzung bestreitet. Die Exklusivität und mit ihr der besondere Wert, den das Neugeborene für die Eltern besitzt, resultiert demnach aus ihrer Mitverursachung seiner Existenz.

Diese ist das Kind selbst, zusammen mit der exklusiven Relation zu seinen Eltern, denen es seine Existenz verdankt. Einerseits, weil die Emotionen, die mit dieser Form der Liebe immer verbunden sind, es für Frankfurt erschweren, das Phänomen der romantischen Liebe auf die grundlegenden begrifflichen Aspekte hin zu analysieren. Dieser Enthusiasmus ist nicht wesentlich.

Dass dieser Schluss, der Liebende würde in seiner 15 Vgl. Die Situation, die Frankfurt schildert, ist die eines Mannes, der einer Frau seine Liebe bekennt und ihr gegenüber beteuert, sie mache sein Leben erst lebenswert. Die Frau tritt als Richterin darüber auf, ob diese Liebe selbstlos oder eigennützig ist. Die erforderliche Stärke der Identifikation in der Liebe verbindet uns mit dem Schicksal des geliebten Wesens.

Ebenso wie für Frankfurt ist für Robert Nozick 18 Identifikation ein wesentliches Element der Liebe. Schlimme Dinge, die dem oder der Geliebten geschehen, geschehen einem selbst. Im Unterschied zu Frankfurt ist allerdings romantische Liebe im Sinne von und in Anlehnung an Robert Solomon19 das Paradigma seiner Wahl. Was Frankfurt allerdings nicht mitvollziehen kann, ist die geteilte Identität des Wir als Ausdruck reziproker Liebe.

Die Individuen geben damit nicht ihre Identität auf, aber sie verändern sich und dies mit Blick auf die Interessen des anderen, mit denen sie sich identifizieren und mit Blick auf das gemeinsame Wir, das sie bilden.

liebe philosophisch erklärt

Auch die Frage zwischen dem Verhältnis von Liebe, Glück und Selbstliebe ist nicht geklärt. Die Liebe ist ein Rätsel der Menschheit In einer Zeit, in der Dating-Apps, Ratgeber über das ewige Liebesglück und natürlich auch das Selbstliebe -Tralala millionenfach verkauft werden, fragt sich, was die Leute eigentlich unter Liebe verstehen. Da das Liebesstreben des Eros aus einem Mangel entspringt und Gott ohne Mangel ist, ist Gott nicht liebesbedürftig — und liebt daher auch nicht. In so gut wie jeder Kultur und Gesellschaftsform ist die Ehe als Liebes-Institution ein wichtiges Element. Das Wasser sprudelt aus einer Säule, auf der Amor und Venus zu sehen sind: Der Jungbrunnen speist sich aus der Kraft der Liebe. Was ist Liebe jetzt genau? Bleiben wir mal bei der Paarliebe. Sein Bezug zur Erkenntnis geht verloren. Vor allem im Das war aber keine romantische Liebe, wie wir sie heute kennen. Klingt nicht gerade nach dem, was Du und ich unter Liebe verstehen, oder? Während Du Liebe als Gefühl und Wertschätzung für einen anderen Menschen verstehst, könnte ich darin einen Selbstwert oder Willen zur Vereinigung nach Aristoteles sehen. Hm, ziemlich praktisch gedacht, finde ich. Philosophie Sein Schüler Aristoteles setzt sich ebenfalls mit der Liebe auseinander, hat dabei aber die Liebe zwischen Freunden im Auge. Das bezeugen Ärzte, Philosophen und Psychotherapeuten. Die mittelalterliche Mystik sprach gleichzeitig von einer Vereinigung des Gegensätzlichen. Reflexiv ist die Liebe, weil sie sowohl auf Dich als Liebenden als auch auf den anderen als Geliebten zurückfällt. Der Autor ist Philosoph, Psychotherapeut und Dozent an der Sigm. Liebe in der Philosophie-Geschichte Ist Liebe ein Metier der Philosophie oder Psychologie? Im Gegensatz zum Katholizismus gehen mystische Glaubensrichtungen davon aus, dass der Mensch gut und frei ist. Denn auf dem Brunnenstock im Wasserbecken, aus dem das verjüngende Elixier sprudelt, sind Amor und Venus zu sehen. Wäre ja schlimm, weil Du Dich dann überhaupt nicht verändern könntest. Klingt unromantisch, ist es aber nicht. Denn das wäre Besitzergreifung, reine Begierde, Suche nach Anerkennung, ein Machtverhältnis. Was macht sie aus? Gleichzeitig aber auch mysteriös und zauberhaft, beständig und einzigartig. Und in Zeiten der Individualisierung eine echte Herausforderung. Die erotische Liebe, die Sehnsucht nach einem anderen Menschen oder die Sehnsucht nach Verschmelzung mit dem Göttlichen entspringt hier aber aus einem Gefühl des Mangels und der Bedürftigkeit. Den christlichen Gott kann man nur lieben, indem man seinen Mitmenschen liebt. Ein ideelles Konstrukt. Gefühle sind nun mal nicht stetig und schon gar nicht ewig andauernd. Hier ging es um den Ausdruck von Treue und Herrschaft. Bei Kant kam die Liebe selbstverständlich nicht gut weg. Sie ist für die früheren Menschen genauso rätselhaft wie für uns heute noch. Beginnen möchte ich dabei mit der Wortherkunft und der historischen Definition des Begriffes Liebe aus philosophischer Sicht, die Verwendung bei Aristoteles.

Mit Verstand ans Gefühl – die Liebe in der Philosophie

Sie soll glücklich machen und Freiheit geben, zuverlässig sein und gleichzeitig ein Nervenkitzel. Liebe ist gerade das, was nicht Dein eigenes Wesen zur Verleugnung zwingt. Sie schafft sich selbst den Grund zu existieren. Fragt sich auch, ob die Bindung zu Deinem Selbst nicht Voraussetzung für Selbstliebe ist. Siehst Du den Partner jedoch in seinem individuellen Sein, ist er das nicht. Februar Metadaten Erstellt Donnerstag, Februar , , Ziegler Katharina Geändert Donnerstag, Februar , , Ziegler Katharina Objekte Objekte in dieser Kategorie Highlights.

Betrachtet man die Liebe aus den Augen der Naturwissenschaft, wirkt sie in der Tat nicht sonderlich attraktiv. Hier wird zum ersten Mal die körperliche Liebe von der Liebe zum Guten unterschieden. Ist sie erst einmal da, dann ist ihre Entstehung aber vollkommen egal. Jahrhunderts geriet die Gefühlswelt des Menschen und der Einzelne in den Blickpunkt von Kunst, Philosophie und Psychologie. Im Jahrhundert denken viele Philosophen bei Liebe wieder an den Erkenntnisgewinn, den sie mit sich bringen kann z. Die liebende Vereinigung mit Gott wird oft als Ekstase, Verzückung und Entrückung beschrieben. Diese Einstellung ist in der Psychotherapie das Entscheidende, da man als Therapeut zum Hilfs-Ich des Patienten wird. Der Eros-Aspekt der Liebe hat mit der Befriedigung eines Bedürfnisses zu tun. Auch die Zuneigung unter Freunden wäre dann nur ein Mittel, um Gemeinschaften zu festigen. In dem Sinne erschöpft sich Liebe nicht in einem Gefühl, sondern zeigt sich als Entschluss bzw. Für den platonischen Sokrates war Liebe etwas Moralisches, ein Streben nach Glück und ein Weg zur Weisheit. Vor allem aber verbindlich. Dabei fordern die heutigen Menschen allerhand von der Liebe: sie braucht Romantik, aber auch praktische Zusammenarbeit sie soll den sozialen Status festigen, aber auch erotisch sein sie soll Geborgenheit liefern, aber auch Abenteuer sie soll Freiheit bieten, aber auch zuverlässige Sicherheit Das sind ganz schön viele Dinge, die Menschen da erwarten. Die Evolutionsbiologie denkt sich Liebe als Weiterentwicklung des Sexualtriebs. Eine Frau, die ihren Mann liebt, hängt ihr Selbstverständnis nicht an den Nagel und geht in der Pflege ihres Geliebten vollkommen auf, sondern verspürt nach wie vor eigene Bedürfnisse. Sie war für ihn nur moralisch, wenn es um praktische Liebe zur Pflichterfüllung ging. So findet man den ursprünglichen Sinn wieder. Redest Du mit einem Biologen, wäre Liebe einzig dazu da, Zweckallianz zwischen Mann und Frau zu bilden, zumindest solange, bis der gemeinsame Nachwuchs auf eigenen Beinen steht. Warum liebt man also überhaupt? Allerdings mit einem anderen Dreh. Schon Empedokles wusste, dass die Dialektik der Liebe die Welt regiert. Hübsche, junge Frau und starker, mächtiger Mann. Denn in der Liebe sieht man nicht nur, was ein Mensch gegenwärtig ist, sondern erkennt, was ein Mensch aus sich machen könnte. DIE FURCHE , 1. In der griechischen Fassung der Bibel ist das Grundwort für Liebe dann auch nicht der Eros oder die Philia, sondern die Agape — derjenige unter den Liebesbegriffen, der am ehesten geeignet war, inhaltlich neu gefüllt zu werden. Foto: Gemäldegalerie Berlin Alles, was in Bezug auf die Liebe empfunden werden kann, Erfüllung, Vollendung, Schmerz und Frustration, Eifersucht, Trennung, Versöhnung, ungestillte Sehnsucht, Schüchternheit beim Sich-Verlieben etc. Ist sie reines Gefühl, dann geht diese Bedeutung komplett verloren. Eros meint bei Platon so viel wie das liebende Begehren, das immer dann in uns erwacht, wenn uns das Schöne rührt und verführt. Liebe zu einem anderen Menschen ist dann eine Methode zur Selbsterfüllung und Selbstverwirklichung. Einige Interpreten werfen Platon deshalb vor, die Liebe als Mittel zum Zweck zu verfremden. Darunter gibt es eben die unterschiedlichen Varianten: Liebe zwischen Partner, Liebe zwischen Eltern und Kind, Liebe zwischen Freunden. Was sagt die Wissenschaft über Liebe? Aber wie ist das eigentlich mit der Liebe in heutiger Zeit? Liebe hat einen hohen Stellenwert Bleiben wir mal bei der Partner-Liebe. Während der Gesprächspartner die körperliche Liebe mit dem Mythos von der Kugelgestalt des Menschen erklärt, versucht Sokrates die Liebe als etwas Geistiges, nicht Körperliches zu fassen. Anders der höhere Erotiker. Wenn der altgriechische Philosoph von Liebe redet, dann verwendet er den Begriff Eros. Es bedeutet, Du siehst den anderen, so wie er ist, in seiner ganzen Einzigartigkeit, nicht nur in einer bestimmten Rolle oder als Ideal. Damit wird die Liebe zwischen Menschen negativ betrachtet und stark abgewertet. Dafür spricht auch, dass heute jede 2. Evolutionspsychologisch definiert sich die Partner-Liebe über Steinzeit-Beziehungen. Liebe hat hier den Sinn, zur Weisheit zu führen, zur Erkenntnis der Welt. Bei Sigmund Freud, der sich auf Empedokles bezog, wird daraus dann Eros und Thanatos — der Lebens- und der Todestrieb, die als Urtriebe alle menschlichen Angelegenheiten lenken. Liebe ist, wenn sich aus 2 Ichs ein Wir formt. Man kann als griechischer Philosoph das Göttliche lieben, aber die Vorstellung eines Gottes, der auch die Menschen liebt, taucht geistesgeschichtlich erst mit dem Christentum auf. Reflektiert bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass Du ewig darüber nachdenkst, ob Du jemanden lieben willst. Dagegen tritt Max Scheler auf, einer der innovativsten Liebesdenker im Liebe macht demnach alles andere als blind, sie ist vor allem ein Akt der Erkenntnis: In der liebenden Einstellung wird jedes Ding, jeder Mensch in der höchsten Wertvollkommenheit gesehen. Okay, das ist mal eine ganz einfache Definition, der Du und ich zustimmen können, oder? Für ihn gehört sie zur Tugend, hat aber nichts mit Begehrlichkeit zu tun. Übrigens gehörte auch Hildegard von Bingen zu den Mystikern und erzählte von ekstatisch göttlichen Visionen. In diesem Text geht es um die verschiedenen Antworten in der Philosophie. Ganz einfach ausgedrückt, denkt sich die wissenschaftliche Sicht die Liebe als einen Gefühlszustand der Zuneigung. Ehe geschieden wird. Mit Augustinus wurde die christliche Vorstellung eines liebenden Gottes philosophisch auf den Punkt gebracht. Liebe ist im aristotelischen Sinne dem anderen etwas Gutes zu wünschen, aber nicht um Deiner selbst willen, sondern allein aus Wertschätzung für den anderen. Die höchste Form der Gottesliebe sei dabei nicht die Liebe oder Anbetung Gottes, sondern der Mitvollzug seiner Liebe zur Welt und zum Menschen.

Sie ist ein Lebenselixier und eine Art existenzielles Medikament. Das genau ist aber Liebe zumindest heute nicht. Ich sage beides! Ein Palindrom sagt: DIE LIEBE IST SIEGER und rückwärts gelesen REGE IST SIE BEI LEID. Denn im reflektierten Denken steckt immer auch ein Fühlen. Liebe, dieses hehre Wort, steht sogar unter dem Scheffel der heutigen Selbstverwirklichung und des Individualismus.

Er sieht einen schönen Menschen, dann einen zweiten, einen dritten, bis ihm klar wird: Im Grunde sind alle Menschen, ja alle Lebewesen schön und einzigartig. Von Platon bis Schopenhauer: Was die großen Philosophen über die Liebe zu sagen haben – und wie das unserem Leben und Lieben helfen kann. Die ewige Liebe zwischen 2 Menschen ist eigentlich ein Paradox, zumindest wenn sie ein Gefühl sein soll.

Die Liebe zum eigenen Selbst nimmt dabei ganz schön viel Raum ein. Allerdings hat die Liebe so viele verschiedene Aspekte, das es schwer ist, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Die wichtigsten Stiftungsdokumente des europäischen Liebesdiskurses stammen jedoch von Platon. Damit meint er, dass Du das für wichtig nimmst, was Deinem Liebsten wichtig ist. Die alten Griechen kannten drei Begriffe für die Liebe — Eros, das stürmische Begehren; Philia, die Liebe zwischen Freunden; und Agape, die altruistische Zuwendung.

Er nutzt die erotische Faszination und Inspiration für Erkenntnis und den Aufstieg in Richtung Transzendenz. Das gilt für ihn auch, wenn Du eine Frau oder einen Freund liebst, die Dich letztendlich an die Idee des Guten erinnern. Neurowissenschaftler würden wiederum von chemischen Reaktionen sprechen und die Liebe zwischen 2 Menschen auf psychische Mechanismen reduzieren.

Wie die Liebe zu Dir kommt, mag Zufall sein und aus einem komplexen Zusammenspiel aus Genetik, Charakter, Kultur, Status, Situation usw. Allerdings müssen Platons Aussagen in das antike Verständnis von Mensch und Kosmos eingeordnet werden, um sie zu verstehen. Ein Mann sieht eine schöne Frau und möchte ihr so nahe sein wie möglich — leiblich und geistig.

Von da an standen erst mal Mensch und Vernunft im Mittelpunkt. Warum liebt der Mensch? Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus: DIE FURCHE , 1. Moderne Engführung des Liebesbegriffs In der Moderne kommt es mit ein paar Ausnahmen Pascal, Kierkegaard, der junge Hegel zu einer Engführung des Liebesbegriffes. Der vulgäre Erotiker werde vom Schönen so heftig angezogen, dass er mit dem Objekt seines Begehrens verschmelzen möchte.

Kann sie all diese Ansprüche erfüllen? Paulus spricht sogar davon, dass die Liebe noch wichtiger sei als der Glaube. Sie zeigen an, dass der Jungbrunnen ein Liebesbrunnen ist und die Kraft der Liebe der eigentliche Quell immerwährender Jugend darstellt. Sie nimmt Anteil, hat das Bedürfnis das Bedürfnis des anderen ebenso zu erfüllen, wie die eigenen.

Liebe als Erkenntnisakt Schade ist es, wenn die Liebe aufs psychologische und biologisch reduziert wird. Ist Liebe ein Gefühl oder eine Haltung? Max Scheler.

So kannte der Philosoph neben den Elementen Feuer, Erde, Wasser und Luft noch die zwei Grundkräfte Philia Liebe und Neikos Streit, Hass , welche für das Entstehen und Vergehen der Dinge verantwortlich sind. Gleichzeitig wird der präfrontale Cortex, der fürs rationale Denken zuständig ist, gehemmt. Wenden wir das Prinzip auf die Selbstliebe an, käme ihr einzig der Sinn zu, Bindung zum eigenen Selbst aufzubauen. In der antiken Philosophie hatte die Liebe einen eindeutigen Bezug zur Erkenntnis des richtigen Lebens und der Welt. Was ist Glück? Insbesondere wenn es um Dein Liebesglück geht. Also der Parnter-Liebe und der Selbstliebe. Jetzt nur noch das Abo in Deinem Mail-Postfach bestätigen — und schon erhältst Du den Link zum Download ;- Wie ist das aber jetzt mit der Liebe? Wäre die Partner-Liebe eine Form der Selbstverwirklichung, dann ist der andere austauschbar. Kurzum: Liebe ist eigentlich ein Medikament.